VOICES FOR CLIMATE ist die Vorlesungsreihe über die Klimakrise an der JGU Mainz. Spannend und interdisziplinär wird die Klimakrise aus verschiedensten Perspektiven, von den Naturwissenschaften, über die Geistes- und Sozialwissenschaften bis zu Kunst, Theologie und vielen mehr betrachtet. Das Besondere dabei? Wir schauen nicht nur auf den Status Quo, sondern wir setzen uns auch mit dem jetzt notwendigen Handeln auseinander.

Dabei helfen uns Wissenschaftler:innen unterschiedlichster Fachgebiete, die jeweils eine Sitzung zu einem selbst gewählten Schwerpunkt im Themenfeld Klimakrise, Klimagerechtigkeit und Nachhaltigkeit gestalten. Jeden Vorlesungsabend starten wir außerdem mit einem kreativen Impuls, um uns auf das Thema einzustimmen.

Die einzelnen Vorlesungen der Reihe sind in ein inhaltliches Gesamtkonzept eingebettet und trotzdem einzeln und asynchron besuchbar. Live dabei sein, ob im Hörsaal oder im Livestream lohnt sich aber. Denn egal ob während der interaktiv gestalteten Inputs oder während der Diskussions- und Fragerunde mit den Referierenden – VOICES FOR CLIMATE bietet viele Möglichkeiten, um aktiv am Erlebnis teilzuhaben.

Die Vorlesungsreihe adressiert neben Studierenden vor allem die interessierte Bevölkerung. Dafür werden die Inhalte der Vorlesungsreihe so aufbereitet, dass sie auch für Personen ohne Vorkenntnisse verständlich sind.

Hinweis: Wir behalten uns mögliche Änderungen vor!

26.10.2026 – 19 Uhr (späterer Beginn)

Gute Wissenschaftskommunikation ist kein Talent, das man hat oder nicht hat: Sie ist erlernbar. Ralph Caspers, bekannt als Host von „Wissen macht Ah!“ und „Die Sendung mit der Maus“, und Klimajournalistin Sara Schurmann teilen in diesem Vortrag, was in der Praxis wirklich funktioniert – und was nicht. Aus zwei sehr unterschiedlichen Perspektiven destillieren sie 11 konkrete Dos & Don’ts, die Wissenschaftler*innen, Studierende und alle, die Wissen verständlich machen wollen, direkt anwenden können. Denn wer Wissenschaft kommuniziert, verändert, wie Menschen die Welt verstehen.

02.11.2026

Im Zuge des Klimawandels wird Wasser in vielen Regionen der Welt knapper. Besonders häufig kommt es zu einer Übernutzung von Grundwasservorkommen, die gleichzeitig unter anderem für die Ernährungssicherheit von Menschen, aber auch für den Erhalt natürlicher Ökosysteme von herausragender Bedeutung sind. Der Vortrag beschäftigt sich mit der Frage, wie man diese wertvollen Süßwasserressourcen so „gerecht“ verteilen kann, dass Mensch und Natur heute genügend Wasser haben, gleichzeitig aber Nachhaltigkeit gewährleistet ist, Grundwasserressourcen also auch für die Zukunft in mengenmäßig gutem Zustand erhalten bleiben.

09.11.2026

TBA

16.11.2026

Der Klimawandel hat weitreichende Negativfolgen für Landwirtschaft, Wasserverfügbarkeit und küstennahe Infrastruktur. Bereits seit Jahren wird daher davor gewarnt, dass dies zu bewaffneten Konflikten um knappe Ressourcen führen wird. Im schlimmsten Fall, so die Befürchtung, kommt es in Zukunft zu Massenmigration aus nicht mehr bewohnbaren Gebieten. Der Vortrag beleuchtet die möglichen Zusammenhänge zwischen Klimawandel, Krieg und Flucht und diskutiert Perspektiven für Frieden in einer wärmeren Welt.

23.11.2026

Ursprünglich ist die humanitäre Hilfe mit dem Ziel entstanden, kurzfristig Überleben in Notsituationen zu sichern. Angesichts einer zunehmenden Anzahl und längeren Dauer von Krisen, steht sie heute allerdings vor besonderen Herausforderungen. Am Beispiel der Bemühung um angemessene „Shelter Designs“ widmet sich dieser Vortrag den unterschiedlichen Spannungsfeldern, in denen sich die Bereitstellung von Notunterkünften bewegt, und diskutiert, was wir aus den aktuellen Dynamiken im humanitären Sektor über Konzeptionen der Zukunft lernen können.

30.11.2026

TBA

07.12.2026

Die ersten Lebensmonate gelten als besonders verletzliche Phase der menschlichen Entwicklung. Heute finden sie jedoch in einer zunehmend fragilen planetaren Umwelt statt: Klimawandel, Biodiversitätsverlust und Umweltverschmutzung beeinflussen Schwangerschaft, Geburt und frühe Kindheit bereits tiefgreifend. Hebammen begleiten Menschen rund um Familienplanung, Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett, Stillzeit und Elternschaft – in Praxis, Forschung, Lehre sowie an gesellschaftlichen und gesundheitspolitischen Schnittstellen. Die Vorlesung verbindet diese Arbeitsfelder mit den Herausforderungen der planetaren Dreifachkrise. Anhand konkreter Beispiele wird gezeigt, wie Hebammen durch Gesundheitsförderung, Prävention und die Stärkung von Resilienz zu einer sogenannten Planetaren Gesundheitskompetenz beitragen können. Die Hebammenperspektive verdeutlicht dabei, wie eng die Gesundheit von Menschen von Anfang an mit der Gesundheit des Planeten verbunden ist

14.12.2026 (Roter Saal, Musikhochschule Mainz)

Unter dem Titel „Klima.Klang.Verantwortung. Artistic Citizenship als Stimme für die Zukunft.“ verbindet die Vorlesung künstlerische Praxis und gesellschaftliche Reflexion zu einem dialogischen Format. Im Zentrum steht die Frage, welche Verantwortung Musik in Zeiten ökologischer Krisen tragen können – und wie sich diese Verantwortung artikulieren lässt. Eine Klavierimprovisation eröffnet hierfür einen offenen Resonanzraum. Ergänzend dazu beleuchtet der Vortrag das Konzept des Artistic Citizenship als ein Verständnis künstlerischen Handelns, das über den Konzertsaal hinausweist und Musik als Form gesellschaftlicher Teilhabe begreift. 

21.12.2026

Welche Rolle spielen Infrastrukturen in der ökologischen Krise? Eine Antwort auf diese Frage betrifft verschiedene Ebenen. Denn Infrastrukturen sind grundlegende Verursacher der Klimakrise, sie werden aber auch als Instrumente zu ihrer Analyse und Abmilderung oder bei Anpassungsvorgängen eingesetzt. Damit sind Infrastrukturen wirkmächtige Instanzen der Veränderung von Kultur und Gesellschaft, die sich durch ein ambivalentes Verhältnis zu den ökologischen Krisen der Gegenwart auszeichnen. Produktiv werden sie vor allem dort, wo es um die lokale und damit spezifische Infrastrukturierung von Lösungen geht.

11.01.2027

Die Menschheit steht am Scheideweg: Hat unsere Spezies eine Zukunft? In atemberaubendem Tempo haben die Menschen den Planeten ihren Bedürfnissen unterworfen. Im 21. Jahrhundert stehen sie vor den Scherben ihres Tuns: Die natürlichen Ressourcen sind erschöpft, die Klimaerwärmung stellt eine tödliche Bedrohung dar und globale Pandemien bedeuten akute Gefahr. Werden wir auch diese Krise meistern? Prof. Johannes Krause spricht in seinem Vortrag darüber, was wir aus der Vergangenheit zur Bewältigung dieser Herausforderungen lernen können und welche Gefahren in der zügellosen Kraft des Menschen liegen.

18.01.2027

Wie kommt man vom Bewusstwerden über die Klimakrise zum langfristigen Handeln? Und was ist die Rolle von Bildung? Die Vorlesung gibt einen Einblick in die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Sie beschäftigt sich aus einer bildungspsychologischen Perspektive mit der Beschreibung der Stadien, in denen sich die Bereitschaft zum Handeln entwickelt und zeigt auf, welche konkreten Maßnahmen für die Unterstützung der Entwicklung in den verschiedenen Stadien wirksam sind.

25.01.2027

In der Diskussion der globalen Erwärmung werden häufig sogenannte Klimakurven genutzt, welche zeigen, wie sich das Klima (z.B. Temperatur oder Niederschlag) in den letzten Jahrhunderten, Jahrtausenden oder sogar Jahrmillionen entwickelt hat. Aber woher weiß man eigentlich, wie warm oder kalt es war, und zu welcher Zeit sich das Klima geändert hat? Um das Klima der Vergangenheit zu rekonstruieren und solche Klimakurven zu erstellen, nutzen Wissenschaftler:innen „Klimaarchive“, wie z.B. Sedimentkerne, und „Klimaproxys“, wie z.B. stabile Isotope. In meiner Vorlesung werde ich erläutern, wie man aus aus Tropfsteinen und anderen Klimaarchiven das Klima der Vergangenheit rekonstruieren kann und auch auf aktuelle Fragestellungen der Klimaforschung eingehen.

01.02.2027

Das Europäische Emissionshandelssystem ist ein Schlüsselinstrument im Kampf gegen die Erderwärmung. Durch die Verpflichtung, für jede emittierte Tonne Treibhausgas ein Emissionszertifikat abzugeben, durch eine vorab festgelegte Obergrenze verfügbarer Zertifikate und durch die Möglichkeit, die Zertifikate am Markt zu handeln, werden Emissionen wirksam begrenzt und Emissionsminderungsziele kostengünstig erreicht. Das gilt allerdings nur, solange Marktakteure das System nicht manipulieren. Werden Menge oder Preise der Emissionszertifikate gezielt beeinflusst, kann dies die Zielerreichung gefährden. Welches Einwirken auf den Emissionshandel ist schon heute strafbar? Und welches erscheint darüber hinaus strafwürdig?