* Mitarbeitende und Lehrende der JGU, Studierende anderer Hochschulen und alle anderen Interessierten

VOICES FOR CLIMATE ist die Vorlesungsreihe über die Klimakrise an der JGU Mainz. Spannend und interdisziplinär wird die Klimakrise aus verschiedensten Perspektiven, von den Naturwissenschaften, über die Geistes- und Sozialwissenschaften bis zu Kunst, Theologie und vielen mehr betrachtet. Das Besondere dabei? Wir schauen nicht nur auf den Status Quo, sondern wir setzen uns auch mit dem jetzt notwendigen Handeln auseinander.

Dabei helfen uns Wissenschaftler:innen unterschiedlichster Fachgebiete, die jeweils eine Sitzung zu einem selbst gewählten Schwerpunkt im Themenfeld Klimakrise, Klimagerechtigkeit und Nachhaltigkeit gestalten. Jeden Vorlesungsabend starten wir außerdem mit einem kreativen Impuls, um uns auf das Thema einzustimmen.

Die einzelnen Vorlesungen der Reihe sind in ein inhaltliches Gesamtkonzept eingebettet und trotzdem einzeln und asynchron besuchbar. Live dabei sein, ob im Hörsaal oder im Livestream lohnt sich aber. Denn egal ob während der interaktiv gestalteten Inputs oder während der Diskussions- und Fragerunde mit den Referierenden – VOICES FOR CLIMATE bietet viele Möglichkeiten, um aktiv am Erlebnis teilzuhaben.

Die Vorlesungsreihe adressiert neben Studierenden vor allem die interessierte Bevölkerung. Dafür werden die Inhalte der Vorlesungsreihe so aufbereitet, dass sie auch für Personen ohne Vorkenntnisse verständlich sind.

Hinweis: Wir behalten uns mögliche Änderungen vor!

27.10.2025 – 19 Uhr (späterer Beginn)

Klimakrise, soziale Konflikte, KI – wie kommen wir psychisch gesund durch hunderte Veränderungen und Zuspitzungen, ohne alles zu verdrängen?
Psychische Gesundheit ist kein Zustand, sondern eine lebendige Praxis. Dennoch: In dieser Veranstaltung gibt es einige Antworten für mehr mentalen Spielraum in herausfordernden Zeiten. Lea Dohm und Dr. Eckart von Hirschhausen stellen konkrete Beispiele und Optionen vor, die zeigen, dass Selbstwirksamkeit und Engagement ein wichtiger Teil der mentalen Stärke sind.

03.11.2025

Der Mensch hat die Biosphäre durch Landnutzung in wenigen Jahrzehnten drastisch verändert. In kaum einem anderen Ökosystem sind die Verluste so dramatisch wie im tropischen Regenwald – auch durch den Anbau von Tierfutter für Europa. Für den Natur- und Klimaschutz spielen neben ungestörten Wäldern vormals gerodete Sekundärwälder eine immer größere Rolle. Diese Bemühungen können sich lohnen: In nachwachsenden Wäldern kann sich die Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten – wenn die Bedingungen stimmen – erstaunlich schnell erholen. In anderen Fällen muss aktiv nachgeholfen werden. In einem Forschungsprojekt in Ecuador zeigen wir, wie die Natur die Nutzflächen wieder zurückerobert und welche Arten dabei besonders wichtig sind.

10.11.2025

Wie viel kann jeder Einzelne zum Klimaschutz beitragen – und was bringt das fürs große Ganze? In diesem Vortrag geht es um wichtige klimapolitische Maßnahmen in Deutschland und Europa und darum, wie sie die Wirksamkeit persönlichen Verhaltens beeinflussen. Es wird gezeigt, wo mehr individueller Einsatz Emissionen senkt – und wo Emissionen vielleicht nur an andere Stellen verschoben werden. Der Vortrag diskutiert, wie man als Einzelperson im Rahmen aktueller Klimapolitik wirksam handeln kann.

17.11.2025

Könnte literarisches Lesen einen Beitrag zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) leisten? Die UNESCO-Initiative der SDG Book Clubs zielt beispielsweise auf die Förderung von Nachhaltigkeitsbildung. Die Vorlesung nimmt diese Initiative zum Ausgangspunkt und fragt aus literaturdidaktischer Perspektive nach Potenzialen und Herausforderungen im Umgang mit Literatur in BNE-bezogenen Lernkontexten. 

24.11.2025

Die Frage, ob Jesus heute ein Klimaaktivist wäre, wurde durch Banneraktionen von Klimaaktivist:innen im ganzen Land aufgeworfen und stellt eine Herausforderung für Kirchen und Theologie dar.

Prof. Ruben Zimmermann (FB 01, Ev. Theologie) sucht vor dem Hintergrund seiner Forschungsschwerpunkte (Bibel und Ethik) nach Antworten. Er eröffnet einen ungewohnten Blick auf frühe Jesusbewegung und fragt, wo die besonderen Chancen von biblischen Narrativen und Visionen im heutigen Klimadiskurs einer mehr und mehr profanen Gesellschaft liegen können. Mit dem Modell einer mimetischen Ethik (Nachahmungs- und Einladungsethik) fragt er weiter, was es heißen könnte, angesichts der drohenden Klimakatastrophe Verantwortung für die (Mit-)Arbeit am Erhalt einer lebenswerten Schöpfung zu übernehmen.

01.12.2025

Die planetare Zukunft wird in der Luft und durch die Luft entschieden. Auch lokal ist Luft – materialisiert in Hitze und Verschmutzung – ins Zentrum politischer Agenden und technologischer Innovationen gerückt. Fokussierend auf urbane Räume zeigt dieser Vortrag aktuelle soziopolitische Verhandlungen von Luft auf und diskutiert, inwiefern die Regierung und Regulierung von Luft-Qualitäten als technological fix zu verstehen ist.

08.12.2025

Biokunststoffe gelten als nachhaltige Alternative zu konventionellem Plastik, doch was genau bedeutet „biobasiert“ oder „bioabbaubar“ eigentlich? Zwischen Marketingversprechen und wissenschaftlicher Realität herrscht viel Verwirrung. Der Vortrag räumt mit gängigen Mythen auf, zeigt, wo Biokunststoffe wirklich Sinn machen und wo nicht, etwa bei kurzlebigen Verpackungen. Dabei geht es auch um die Frage, welchen Beitrag diese Materialien tatsächlich zum Klimaschutz leisten können und wo sie uns in falscher Sicherheit wiegen.

15.12.2025

Die autogerechte Stadt ist einer der Treiber der Klimakrise und Hauptverantwortlich für die meisten urbanen ökologischen Probleme. Im Zuge der großen Transformation muss auch Mobilität umfassend neu gedacht werden. Ein Hoffnungsträger ist das Fahrrad. Wie gelingt die Abkehr der autogerechten Stadt und welche Metropolen sind derzeit Pioniere des Wandels? Darum soll es in diesem Vortrag gehen.

05.01.2026

In Krisenzeiten stehen Individuen vor der Herausforderung, sich einerseits ausreichend Wissen anzueignen, um angemessen auf die Situation reagieren zu können, und andererseits nicht von der Fülle und oft negativen Färbung der Informationen überfordert zu werden. Ausgehend von diesem Balanceakt zwischen Wissenszuwachs und mentaler Belastung fragt der Vortrag danach, wer sich wie und warum mit Informationen über die Klimakrise auseinandersetzt – oder dies bewusst unterlässt. Im Fokus stehen dabei auch die individuellen und gesellschaftlichen Konsequenzen, die entstehen, wenn bestimmte Bevölkerungsgruppen Informationen gezielt vermeiden.

12.01.2026

Sollten wir die Interessen zukünftiger Generationen in demokratischen Entscheidungsprozessen berücksichtigen, und wenn ja, wie? Der Vortrag legt dar, warum Entscheidungsträger in der Demokratie oft langfristige Ziele für kurzfristige Gewinne vernachlässigen, was insbesondere im Fall der Klimapolitik dramatische Konsequenzen haben kann. Vor dem Hintergrund der Herausforderungen zukunftsorientierter Politik werden verschiedene Reformansätze diskutiert, die sicherstellen sollen, dass die Sicherung der Lebensgrundlagen zukünftiger Generationen in heutigen Entscheidungsprozessen an Priorität gewinnt.

19.01.2026

Transformation in Richtung Klimaneutralität hat mehrere Ebenen: technische, wirtschaftliche, politische, gesellschaftliche, individuelle. Dieser Vortrag behandelt alle davon. Ausgehend vom technischen (hier: chemischen) Blickwinkel zeigt er auch die persönlichen Transformationen beider Vortragenden; und was das bedeutet.

26.01.2026

Wir erleben den Beginn einer neuen Epoche: Jahr­zehntelang verlässliche Handelspartner wie Russland wurden zu Gegnern, die USA gelten nicht länger als stabile Verbündete. In dieser veränderten Welt ist Energie eine Waffe, und der ungebremste Konsum von Öl und Gas wird für das Industrieland Deutschland zum Sicherheitsrisiko. Denn die fossilen Energien müssen wir zu nahezu 100 Prozent im oft fernen Ausland und von autoritären Ländern einkaufen.
Erneuerbare Energien produzieren Energie vor Ort – aber sie gefährden auch das alte Geschäftsmodell mit Öl und Gas. Die Investigativ-Journalistinnen Susanne Götze und Annika Joeres haben jahrelang recherchiert, wer aus Profitgier die Energiewende gefährdet und Deutschland damit politisch erpressbar macht. Wer sichert sich maximale Profite – während die Allgemeinheit einen hohen Preis dafür zahlt? In ihrem Buch „Die Milliarden-Lobby“ zeigen sie beispielsweise, wer die Kampagne gegen das Heizungsgesetz orchestrierte und warum Wasserstoff gerade von vielen Lobbyisten für die Verlängerung des fossilen Geschäftsmodells genutzt wird. Und auch mit der neuen Regierung kommen alte Lobby-Erzählungen und Energiewende-Bremser wieder Aufwind. In der Vorlesung zeigen Joeres und Götze auch, wie Deutschland unabhängiger werden kann von Öl und Gas- Importen.

02.02.2026

Küsten und Meere sind nicht nur vom Klimawandel bedrohte Lebensräume, sie gehören seit Jahrtausenden zu den zentralen Schnittstellen zwischen Mensch und Umwelt. Die Küsten- und Meeresarchäologie rekonstruiert, wie frühere Gesellschaften auf ökologische Veränderungen reagierten und welche Spuren ihr Handeln in marinen Ökosystemen hinterließ. Doch es geht nicht nur um Vergangenheit: Langfristige Daten aus versunkenen Siedlungen, Muschelhaufen und alten Küstenlandschaften liefern wertvolle Erkenntnisse darüber, wie zukünftiger Klimawandel Fischerei, Biodiversität und Lebensgrundlagen beeinflussen könnte. Archäologie eröffnet so neue Perspektiven auf Veränderung und darauf, wie wir ihr begegnen können.

09.02.2026

Neben der Reduzierung von CO₂-Emissionen rücken weltweit auch Maßnahmen zum aktiven Kohlenstoffmanagement zunehmend in den Fokus, wie beispielsweise Carbon Capture and Storage (CCS), Carbon Capture and Utilization (CCU) oder Carbon Dioxide Removal (CDR). Die Grundidee vieler dieser Ansätze ist: CO₂-Neutralität zu erreichen, ohne vollständig auf fossile Energieträger und andere Hauptquellen von Treibhausgasen verzichten zu müssen. Der Reiz solcher Technologien ist groß – vor allem, wenn sie in naher Zukunft „wie von Zauberhand“ verfügbar wären und das Klimaproblem lösen könnten, ohne neue Probleme zu schaffen. Doch ist es überhaupt realistisch, so viel CO₂ aus der Atmosphäre zu entfernen, wie derzeit diskutiert wird? Und was würden solche Technologien kosten – finanziell, ökologisch, gesellschaftlich? Welche Risiken wären mit einem breiten Einsatz verbunden, sollte man sie tatsächlich im großen Stil nutzen, um eine CO₂-neutrale Gesellschaft zu ermöglichen?

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